Eigentlich hätten in Zürich demnächst zehn Apotheken, zehn Social-Clubs und das Drogeninformationszentrum der Stadt Zürich versuchsweise Cannabis verkaufen dürfen. Doch daraus wird nichts.
BAG-Bewilligung fehlt noch
Die nötige Bewilligung der kantonalen Ethikkommission liegt zwar vor. Aber das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat noch nicht zugestimmt. Die Städtischen Gesundheitsdienste vermuten, dass das Projekt mit den unterschiedlichen Bezugsstellen sehr komplex sei und das BAG deshalb nicht schneller entscheiden könne.
Anbau erst nächstes Jahr
Die Verzögerung hat nun aber entscheidende Folgen: Für die Pilotversuche müssen Cannabisprodukte in Bioqualität und aus einheimischer Produktion verwendet werden. Der Anbau des Studiencannabis darf allerdings erst starten, wenn das BAG seine Einwilligung gegeben hat.
1700 Interessenten warten
Nun ist es aber definitiv zu spät im Jahr und zu kalt, noch Hanf anzubauen. Deshalb wird der Verkauf erst nach der ersten Ernte gegen Mitte nächsten Jahres beginnen. Die Studienteilnehmer werden einige Monate vor dem Verkaufsstart ausgewählt. Seit der Ankündigung des Projekts im Juni 2022 haben sich 1700 potenzielle Studienteilnehmende auf der Warteliste eingetragen.
Psychiatrische Universitätsklinik beteiligt
Mit der Zürcher Cannabisstudie möchte die Stadt Zürich zusammen mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich Modelle des regulierten Bezugs von Cannabis und deren Auswirkungen auf die Gesundheit und das Konsumverhalten von Konsumierenden untersuchen.PS
Auch Basel musste verschieben
Eigentlich hätten vor drei Wochen auch in Basel rund 400 Menschen damit beginnen können, unter amtlicher Aufsicht, legal zu kiffen. Der Cannabis-Verkauf in Apotheken kann aber auch in Basel
vorerst nicht beginnen. Denn bei einer Qualitätskontrolle wurden im bestellten Hanf Pestizidrückstände gefunden.
Das Cannabis wurde für das Basler Projekt von einer Firma im Kanton Aargau angebaut. Es wurden darin Spuren eines für den biologischen Anbau nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittels gefunden.