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Computertomograph mit Photon-Counting-Technologie bewährt sich

Ende September 2022 nahm das Inselspital einen Computertomographen (CT) mit Photon-Counting-Technologie in Betrieb. Der Naeotom Alpha CT-Scanner nutzt eine völlig neue Technologie, welche wesentlich schärfere Bilder bei gleichzeitig reduzierter Strahlen- und Kontrastmitteldosis ermöglicht. Hierdurch lassen sich selbst kleinste Läsionen und feinste Details darstellen, was für eine verbesserte Diagnostik und Therapieauswahl sorgt.

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Seit ein paar Monaten ist am Universitätsinstitut für Diagnostische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie (DIPR) des Inselspitals einer der weltweit ersten CT-Scanner mit modernster Photon-Counting-Technologie in Betrieb. Das Fazit ist durchweg positiv. «Der neue Scanner ist für die Radiologie revolutionär. Mit ihm lassen sich selbst feinste Strukturen und Verletzungen in Knochen oder Gewebe untersuchen, die bisher nur unscharf oder gar nicht zu sehen waren», erklärt Prof. Dr. Dr. med. Adrian Huber, Zentrumsleiter am DIPR.

Reduzierte Strahlendosis, weniger Kontrastmittel
Daneben bietet der Photon-Counting-CT-Scanner noch weitere Verbesserungen. «Die neue Technologie kommt mit einer bis zu 30 Prozent reduzierten Strahlendosis und deutlich weniger Kontrastmittel aus. Dies ist gerade für jüngere Patienten oder für Personen mit erhöhtem Risiko für eine Nierenschädigung durch Kontrastmittel eine wesentliche Verbesserung», so Huber.

«Photon Counting»
Möglich wird das durch eine neue Generation von Detektoren, die mit winzigen Cadmium-Tellurium-Kristallen ausgestattet sind. Die Kristalle werden künstlich im Labor gezüchtet und können Röntgenstrahlen direkt in elektrische Signale umwandeln. Herkömmliche CT wandeln die Röntgenstrahlen zuerst in sichtbares Licht um, das erst von einem Sensor gemessen und dann in ein elektrisches Signal umgesetzt wird. Bei diesem Zwischenschritt gehen wichtige Informationen verloren. Bei der Direktumwandlung im neuen Photon-Counting-CT wird dagegen jedes einzelne Signal erfasst und ausgewertet. Dadurch können die Schärfe und der Kontrast der erzeugten Bilder markant verbessert werden.

Detailliertere Darstellung
Klinisch bedeutet dies, dass entscheidend mehr Details darstellbar sind, wodurch die Diagnostik verbessert und eine zielgerichtete Therapie ermöglicht wird. Insbesondere sehr feine Strukturen wie etwa Gefässwände, Lungengewebe, Tumore im Frühstadium, Gehörknöchelchen oder Mikrofrakturen lassen sich deutlich besser erkennen als bisher.

Weniger Artefakte
Ausserdem können mit dem Photon-Counting-CT nun Untersuchungen durchgeführt werden, die bislang so nicht möglich waren. Dies betrifft beispielsweise Personen mit ausgeprägten Verkalkungen der Herzkranzgefässe oder mit künstlichen Gefässstützen (Stents), die in herkömmlichen CT-Bildern zu Artefakten führen. Mit der neuen Technik lassen sich diese deutlich reduzieren.PS

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Darmgefässe eines Patienten. Links im Bild die Untersuchung mit dem bisherigen Computertomographen des DIPR, rechts zum Vergleich ein Bild mit dem neuen Photon-Counting-Computertomographen. Die Bilder sind deutlich schärfer und die Gefässe auch in den kleinen peripheren Anteilen sehr gut abzugrenzen.

Quelle: Insel Gruppe/Medienmitteilung, 24.01.2023

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