Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es für vier Massnahmen Anhaltspunkte für einen Nutzen im Hinblick auf einzelne patientenrelevante Endpunkte gibt, und zwar für
- die Kompressionstherapie (Kompressionsbandagen oder -armstrümpfe üben einen leichten Druck auf den Arm aus und erleichtern so den Abtransport der Lymphflüssigkeit aus den Lymphgefässen),
- Heimprogramme (Betroffene führen nach professioneller Unterweisung zu Hause eigenständig bestimmte Bewegungs- und Atemübungen durch oder wenden Selbstmassagetechniken an),
- Operationen zum Lymphknotentransfer (mehrere Lymphknoten mit eigenem Blutgefässsystem werden aus einer gesunden Körperregion entnommen und mit den Blutgefässen in der erkrankten Lymphödem-Region verbunden) sowie
- die intermittierende pneumatische Kompression (mit einer an eine Pumpe angeschlossenen Manschette wird wechselnder Druck zum Beispiel auf einen Arm aufgebaut, um angestaute Flüssigkeit aus dem Arm zu drücken).
Die jetzt vorgelegte finale Fassung der Gesundheitstechnologie-Bewertung (Health Technology Assessment = HTA) «Fortgeschrittenes Lymphödem: Lassen sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome lindern?“ wurde im Rahmen des IQWiG-Verfahrens ThemenCheck Medizin erstellt. Die Fragestellungen dieser HTA-Berichte gehen stets auf Vorschläge von Bürgern zurück.
Quellen:
Cochrane Deutschland/Pressemitteilung, 07.06.2022Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)/Pressemitteilung, 10.05.2022