An der Kölner Keto-ADPKD Studie nahmen 63 betroffene Patienten teil. Ziel der Studie war es, die Umsetzbarkeit, Wirksamkeit und Sicherheit von ketogener Diät als Therapie für Menschen mit ADPKD nachzuweisen.
Für die Studie wurden die Patienten in drei Gruppen eingeteilt.
- Eine Gruppe ernährte sich drei Monate ketogen, also kohlenhydrat- und zuckerarm, aber fettreich.
- Die zweite Gruppe praktizierte im Studienzeitraum jeden Monat drei Tage Wasserfasten, was ebenfalls zum ketogenen Stoffwechsel führt.
- Die dritte Kontrollgruppe richtete sich nach den gängigen Ernährungsempfehlungen, welche Ärzte üblicherweise bei ADPKD geben: die Salzzufuhr verringern und mehr als 2-3 Liter pro Tag trinken.
Das Ziel, die Machbarkeit der Ernährungsumstellung, wurde als Kombination aus einem Fragebogen und einem Stoffwechseltest, der die Ketose und damit die Umsetzung der Diät nachweisen kann (β-Hydroxybuttersäure im Blut, Aceton in der Atemluft), definiert. 91 Prozent der Patienten auf ketogener Ernährung und 89 Prozent in der Wasserfasten-Gruppe bewerteten die Ernährung im Fragebogen als machbar.
Eine Ketose liess sich in der Messung bei 85 Prozent der Teilnehmer während allen drei Phasen des Wasserfastens nachweisen, 78 Prozent der ketogenen Diätgruppe zeigten zu allen drei Messzeitpunkten während der Ernährung höhere Werte als vor Beginn.
Ketogene Diät verbessert Nierenfunktion
Bereits nach drei Monaten zeigten sich bei wichtigen Parametern wie der Nierengrösse und der Nierenfunktion positive Signale bezüglich ADPKD. Während die Nieren unter ketogener Ernährung kleiner wurden, nahmen sie in der Kontrollgruppe an Grösse zu. Dieses Ergebnis erreichte jedoch knapp nicht den bei klinischen Studien üblichen statistischen Schwellenwert (p = 0,08).
Anders war dies bei der Entwicklung der Nierenfunktion. «Bemerkenswert ist vor allem, dass sich die Nierenfunktion bei Teilnehmern unter ketogener Ernährung während der Studie im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikant positiver entwickelt hat. Das hatten wir in Anbetracht der mit drei Monaten eher kurzen Behandlungsdauer noch gar nicht in dieser Form erwartet», sagt Professor Dr. Roman-Ulrich Müller, der Leiter der Studie. «Trotz dieser Erfolge genügen die Daten sicher noch nicht für eine allgemeine Empfehlung zu ketogener Ernährung bei ADPKD.»
Vorsicht Nierensteine
Um die Ergebnisse zu bestätigen, benötigen Müller und sein Team eine Finanzierung für grössere Studien an mehreren Zentren und mit längerer Beobachtung. Auch ist es aus Sicht der Forscher wichtig, weitere Daten zur Sicherheit zu gewinnen. Hierbei sieht Müller insbesondere das potenzielle Risiko von Nierensteinen als wichtigen Aspekt an, denn zwei der Teilnehmer in der ketogenen Diätgruppe zeigten während der Ernährung einen symptomatischen Nierenstein. Dies bedeute auch, dass eine ketogene Ernährung bei ADPKD in jedem Fall nur unter Beratung und Begleitung eines hierbei erfahrenen Nierenfacharztes durchgeführt werden sollte, der über dieses Risiko beraten, es einschätzen und gegebenenfalls vorbeugende Massnahmen einleiten kann.PS