Home/Robodog statt BlindenhundDie Roboterhunde sollen künftig beispielsweise sehbehinderten Personen zur Seite stehen. Bild: Marco Giordano / Zentrum für projektbasiertes Lernen D-ITET, ETH Zürich.
Robodog statt Blindenhund
Ein vierbeiniger Roboter der ETH Zürich soll bald Menschen mit Sehbehinderung im Alltag unterstützen. Er bewegt sich selbstständig, kann Treppen steigen und Hindernissen ausweichen.
Sarah Bourdely26.1.20263"
Treppen steigen, Hindernissen ausweichen, durch unbekannte Gebäude navigieren – was für Menschen mit Sehbehinderung tägliche Herausforderungen sind, beherrscht ein Roboter der ETH Zürich souverän.
Ausgangspunkt für den Robodog ist ein kommerziell erhältlicher, vierbeiniger Roboter. Dieser bewegt sich jedoch recht grobmotorisch – und macht obendrei noch ordentlich Lärm. «Frisch ab Regal können wir ihn für unsere Zwecke nicht nutzen», sagt Projektleiter Michele Magno vom Center for Project-Based Learning der ETH in einer Mitteilung. Denn: gerade sehbehinderte Personen sind auf Umgebungsgeräusche angewiesen.
Autonom, aber kontrollierbar
Das Team entwickelte deshalb eine neue, KI-gestützte Steuerungssoftware, die sogenannte «Physical AI». Ein solches System nutzt Daten von eingebauten Sensoren, die Bewegungen und die räumliche Orientierung von mechanischen Teilen registrieren.
Damit lernt der Roboter, wie er sich leise und sicher bewegt – auf glattem Boden ebenso wie auf Treppen oder in engen Räumen. Auch Hindernissen, die sich rasch nähern, kann er ausweichen. Ein wichtiger Punkt, wenn er bei einem Spaziergang eingesetzt werden soll und entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen muss.
Robodog navigiert weitgehend selbstständig, bleibt dabei aber auf den Menschen ausgerichtet. Künftig soll er über Sprach-, oder haptisches Feedback kommunizieren. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität testen die Forschenden zudem eine Steuerung über sensorbestückte Brillen. Ein Blick auf den Türgriff genügt – der Roboter weiss, was zu tun ist.
Bild: ETH Zurich.
Mit einem zusätzlichen Arm ausgestattet, könnte der Roboter in Zukunft auch Menschen unterstützen, die körperlich beeinträchtigt sind, etwa indem er Gegenstände holt oder Türen öffnet. In Kooperation mit der ETH-Initiative Hindernisfreiheit und dem Indoor-Mapping-Dienst PolyMaps wurde das System bereits in ETH-Gebäuden erprobt.
Noch ist Robodog nicht ganz so weit, um sehbehinderten Menschen im Alltag zur Seite zu stehen, wie die ETH mitteilt. Er sei aber «auf dem besten Weg dazu». Sein Können habe er kürzlich auf einem Robotikwettbewerb unter Beweis gestellt, wo er dem Doktoranden Davide Plozza den ersten Platz einbrachte.