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EPFL: Neuer Wirkstoff senkt Blutfette gezielt über Leber und Darm

Ein von Lausanner Forschenden entwickelter Wirkstoff hat in einer Phase-1-Studie die Triglyzeridspiegel deutlich reduziert – auch bei gesunden Probanden. Der Ansatz setzt auf eine selektive Hemmung in Leber und Darm und vermeidet so systemische Effekte.

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Ein experimentelles Medikament zur oralen Einnahme hat in einer ersten klinischen Studie am Menschen die Triglyzeridspiegel im Blut deutlich reduziert. Die Phase-1-Studie wurde unter der Leitung von Forschenden der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) durchgeführt.

Der neue Therapieansatz setzt am Liver X Receptor (LXR) an, einem zentralen Regulator des Lipidstoffwechsels. Ist dieser Rezeptor überaktiv, steigt die Triglyzeridproduktion. Die Herausforderung bestand bislang darin, die LXR-Aktivität zu dämpfen, ohne zugleich die schützenden Cholesterin-Regulationsmechanismen in anderen Geweben zu beeinträchtigen.
Wirkung direkt in Leber und Darm
Der neue Wirkstoff TLC-2716 wurde so entwickelt, dass er vor allem in Leber und Darm wirkt. Dort senkt er gezielt die LXR-Aktivität – also genau an den Orten, an denen Triglyzeride gebildet werden –, während andere Gewebe weitgehend geschont bleiben.

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Abbildung: X. Li / © 2026 EPFL

In Tiermodellen metabolischer Erkrankungen senkten TLC-2716 und ein verwandter Wirkstoff sowohl die Triglyzerid- als auch die Cholesterinwerte im Blut und reduzierten die Fettablagerung in der Leber.

Parallel dazu zeigten Experimente an menschlichen Leberorganoiden – im Labor kultivierten Miniaturmodellen erkrankten Lebergewebes – denselben Trend: weniger Lipidakkumulation sowie eine Abnahme von Entzündung und Fibrose.
Rasche Effekte bei gesunden Probanden
In einer placebokontrollierten Phase-1-Studie erhielten gesunde Erwachsene das Medikament über 14 Tage. Die Behandlung wurde insgesamt gut vertragen.
  • Bei den höchsten geprüften Dosen von TLC-2716 (12 mg) sanken die Triglyzeridspiegel um bis zu 38,5 Prozent.
  • Das postprandiale Restcholesterin – also die Cholesterinmenge im Blut nach den Mahlzeiten – nahm um bis zu 61 Prozent ab. Dies, obwohl die Teilnehmenden zu Studienbeginn normale Lipidwerte aufwiesen und keine anderen lipidsenkenden Medikamente einnahmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich Triglyzeride durch eine selektive Hemmung ihrer hepatischen und intestinalen Produktion wirksam senken lassen. Als Nächstes sind Phase-2-Studien bei Patientinnen und Patienten mit Hypertriglyzeridämie oder metabolisch assoziierter Steatose der Leber (MASLD) geplant.

Noch handelt es sich um frühe klinische Forschung. Dennoch eröffnet der Ansatz eine neue therapeutische Perspektive in einem Bereich, in dem bislang nur wenige Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

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