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Die Selbstständigkeit wagen?

Für viele Ärztinnen und Ärzte stellt sich im Verlaufe ihrer Tätigkeit die Frage, ob sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen sollen. Dieser Schritt weist vielschichtige Aspekte auf, welche einerseits von den Erfahrungen und andererseits von der individuellen Zeitachse der Ärztin oder des Arztes geprägt werden. Wir haben dieses Thema mit Herrn Gregor Dietrich, Consultant der FMH Services, diskutiert.

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Herr Dietrich, welches sind nach Ihren Erfahrungen die massgebenden Aspekte für den Entscheid in die Selbstständigkeit?
Selbst entscheiden, was man macht! Das fasst es wohl gesamthaft zusammen. Damit meine ich, dass eine Ärztin oder ein Arzt keine Anweisungen eines Vorgesetzten befolgen muss, wie die Patientinnen und Patienten behandelt werden müssen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Freiheiten. Sie/Er kann ihre/seine Arbeit selbst planen und einteilen. Dies ist auch ein wichtiger Aspekt bezüglich der Familienplanung.

Auf welche Themen gilt es beim Schritt in die Selbstständigkeit besonders zu achten?
Der Weg in die Selbstständigkeit sollte sorgfältig geplant und umgesetzt werden. Wichtig scheint mir insbesondere die Berücksichtigung von zeitlichen Aspekten und Verpflichtungen.

Können Sie Vorteile der Selbstständigkeit nennen?
Das sind meines Erachtens vor allem die Aspekte des Gestaltungsfreiraums:
  • Flexible Planung und Umsetzung des Pensums sowie der Arbeitszeit
  • Rekrutierung und Zusammenstellung einer eigenen Crew
  • Delegation von Aufgaben und Verantwortung
  • Auslagerung von Administration und Fokussierung auf medizinische Aufgaben - Individuelle Patientenbetreuung
  • Prozesssteuerung/Ideen ausprobieren und ggf. wieder verwerfen
  • Selbstbestimmung über eigenen Lohn und auch über Kosten
  • Aufbau eines langfristigen Vertrauensverhältnisses

Können Sie etwas zu den Verdienstmöglichkeiten sagen?
Generell würde ich sagen, dass eine Ärztin oder ein Arzt bei etwa gleicher Arbeitsbelastung mehr verdient.

Wo können Knackpunkte bei der eigenen Praxis liegen?
Es ist nicht einfach, gute Angestellte zu finden, welche auch die Betriebsphilosophie mittragen. Auch die Anzahl der Mitarbeitenden muss laufend hinterfragt werden. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, über eine gewisse Flexibilität zu verfügen. Für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit das Betriebsklima als entscheidend. Anforderungen, Abgabe von Aufgaben und Honorierung sollten im Einklang stehen, den Fähigkeiten der Person gerecht werden, und es muss von Wertschätzung getragen werden. Im Grundsatz möchte ich festhalten, dass die Ärztin oder der Arzt in der Praxis gerne arbeiten sollte und sie/er auch Planungs- und Organisationsaufgaben als Chefin oder Chef steuern will und kann. Ein Pensum von 50 Prozent oder weniger als Ärztin oder Arzt in Selbstständigkeit (in Einzelpraxis) erachte ich aus wirtschaftlicher Sicht nicht als sinnvoll, da diverse Fixkosten sowieso vorhanden sind.

Was würden Sie einer Ärztin oder einem Arzt empfehlen, die/der sich mit dem Thema Selbstständigkeit auseinandersetzt?
Im Vorfeld gilt es einerseits, den Zeitpunkt und die persönlichen Rahmenbedingungen, sowie andererseits, die finanziellen Möglichkeiten zu prüfen. Als Grundlage können Informationen in Gesprächen mit Kollegen oder über einen Besuch eines Seminars der FMH Services eingeholt werden. Ich bin überzeugt, dass eine Unterstützung durch eine erfahrene Fachperson beim Weg in die Selbstständigkeit Sicherheit und Entlastung bringt. Es gilt hier das Fachwissen für betriebswirtschaftliche und juristische Aspekte wie die Rechtsform zu berücksichtigen, auf Erfahrungen betreffend Raumdimensionen und Einrichtungen zurückzugreifen sowie Versicherungs- und Treuhandspezialisten einzubeziehen.

Wie beurteilen Sie das Thema der Unternehmensform?
Aus meiner Sicht empfehle ich, dies frühzeitig anzuschauen und durch eine Fachperson aufgleisen zu lassen. Schlussendlich ist es aber eine persönliche Entscheidung, welche vor allem die eigenen Rahmenbedingungen und Einstellungen berücksichtigen sollte. Dafür empfehle ich, sich von versierten Fachleuten wie Juristen, Treuhändern (Steuerberatern) und Vorsorgespezialisten unterstützen zu lassen. Alle drei Fachpersonen sind bei dieser persönlichen Entscheidung wichtig, und man sollte nicht nur auf Kollegen hören.

Kennen Sie Fälle, wo eine Ärztin oder ein Arzt den Schritt in die Selbstständigkeit bereut hat?
Nein, solche Fälle dürften meines Erachtens äusserst selten sein. Wenn diese Entscheidung auf sachlichen Grundlagen getroffen und nach Möglichkeit von versierten Fachleuten begleitet wird, stellt die Entscheidung zugunsten der Selbstständigkeit in der Regel einen konsequenten Karriereschritt dar.PS

Weiterführende Informationen:

Gerne beantwortet Herr Gregor Dietrich Ihre Fragen:
Tel. 041 925 00 77.

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Telefon: +41 52 675 51 74
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