Die Schweiz nimmt seit Jahren an der von Interpol koordinierten internationalen Aktionswoche PANGEA teil. Insgesamt waren dieses Jahr 94 Länder beteiligt. Ziel der zum 15. Mal durchgeführten Aktion bleibt die Bekämpfung des illegalen Heilmittelhandels über das Internet. Bei der Aktion wurden insgesamt 3 Millionen Einheiten von illegalen und gefälschten Arzneimitteln sichergestellt.
Im Postzentrum Zürich-Mülligen beschlagnahmten Mitarbeitenden des BAZG, der Swissmedic, der Swiss Sport Integrity und der Gesundheitsbehörde des Fürstentums Liechtenstein 231 der 948 kontrollierten Sendungen.
Auffallend häufig wurden Sendungen aus Hongkong entdeckt, die Fälschungen von zugelassenen Erektionsförderern enthielten. Beschlagnahmte Betäubungsmittel wurden den Kantonen angezeigt, die entsprechende Strafverfahren eröffnen werden.
Kriminelle Netzwerke verändern sich laufend
Professionell organisierte und international vernetzte Kriminelle stehen hinter den illegalen Arzneimittelangeboten. Gefälschte Medikamente werden meist in asiatischen Ländern und nachgeahmte Potenzmittel in Indien hergestellt. Die Produkte gelangen dann über illegale und verschlungene Vertriebskanäle an Schweizer Patienten. Die meisten konfiszierten Sendungen stammten bei der Aktion PANGEA XV aus Hongkong, Polen und Indien. Dank der guten Zusammenarbeit mit Behörden von Herkunftsländern können die Quellen der illegalen Arzneimittel an die dortigen Kontaktpersonen gemeldet werden, damit Massnahmen gegen illegale Händler eingeleitet werden.
Die illegal gehandelten Medikamente gefährden die Gesundheit von Patienten vorsätzlich. Sie enthalten häufig gar keine oder weniger als die angegebene Menge der Wirkstoffe oder aber nicht deklarierte Substanzen. Damit die Produkte bei einfachen Tests nicht auffallen, sind teilweise Wirkstoffe vorhanden, selten aber in der erforderlichen Menge.PS
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