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imageKnapp 500 Schweizer Rekrutinnen und Rekruten wurden auf ihre Long-Covid-Folgen untersucht. (Bild: UZH; Alexander Kühni, VBS)

Schweiz: Welche Folgen hat COVID-19 bei jungen Erwachsenen?

Bis anhin wurden die mittel- und langfristigen Folgen von SARS-CoV-2-Infektionen bei rund Zwanzigjährigen kaum erforscht. Eine neue, von der Schweizer Armee finanzierte Studie hat jetzt die Symptomatik von Long-COVID bei jungen Schweizer Militärangehörigen untersucht.

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Bei der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie wird die Frage nach den längerfristigen Folgen der Infektion immer wichtiger. Dies gilt auch im Hinblick auf zuvor gesunde junge Erwachsene. Obwohl diese das Rückgrat der künftigen Erwerbsbevölkerung bilden, sind die mittel- und langfristigen Folgen von SARS-CoV-2-Infektionen bei rund Zwanzigjährigen noch kaum erforscht worden. Bisherige Studien konzentrieren sich in der Regel auf hospitalisierte Patienten, auf ältere Menschen oder auf Personen mit Mehrfacherkrankungen. Oder die verfügbaren Daten beschränken sich auf ein einzelnes Organsystem.

Long-COVID bei jungen Schweizer Militärangehörigen
Eine neue, von der Schweizer Armee finanzierte Studie unter der Leitung von Patricia Schlagenhauf, Professorin am Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (UZH), hat nun langfristige Auswirkungen von COVID-19 bei jungen Schweizer Militärangehörigen untersucht. Die Studie wurde zwischen Mai und November 2021 durchgeführt
  • mit 29 weiblichen und 464 männlichen Teilnehmenden,
  • die im Schnitt 21 Jahre alt
  • und ungeimpft waren.
  • Davon hatten 177 Teilnehmende eine frühere Covid-19-Erkrankung durchgemacht, die mehr als 180 Tage seit der Diagnose zurücklag.
  • Die Kontrollgruppe bestand aus 251 serologisch negativ-getesteten Personen – die also keine SARS-CoV-2-Infektion hatten.
Neu: Untersuchung mehrerer Organsysteme
Im Gegensatz zu anderen Studien wurden erstmals Auswirkungen in einer ganze Reihe von Organsystemen untersucht:
  • kardiovaskuläre,
  • pulmonale,
  • neurologische,
  • ophthalmologische,
  • psychologische und allgemeine sowie
  • Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit.

Mehrheitliche Genesung, aber auch Folgeerscheinungen bei neueren Infektionen
Die Ergebnisse zeigen, dass sich junge, zuvor gesunde und nicht hospitalisierte Personen von einer leichten Infektion weitgehend erholen. COVID-19 wirkt sich bei ihnen weniger auf mehrere Organsysteme aus als bei älteren, multimorbiden oder hospitalisierten Patienten. Die Studie zeigt aber auch, dass neuere, selbst leichte Infektionen bis zu 180 Tage lang zu
  • Müdigkeit,
  • vermindertem Geruchssinn,
  • höherer psychischer Belastung und
  • einer kurzfristig negativen Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit führen können.
Bei Infektionen, die vor mehr als 180 Tage stattfanden, waren diese Folgeerscheinungen dagegen nicht mehr signifikant.

Spezifische Konstellation birgt Risiko für Stoffwechselstörungen
Bei länger zurückliegenden Infektionen verdichteten sich laut Patricia Schlagenhauf zudem die Hinweise auf eine potenziell riskante Konstellation: «Erhöhter BMI, hohe Cholesterinwerte und geringere körperliche Ausdauer deuten auf ein höheres Risiko für Stoffwechselstörungen und mögliche kardiovaskulären Komplikationen hin», sagt die Studienleiterin. «Dies kann sich auf die Gesellschaft und die öffentliche Gesundheit als Ganzes auswirken. Daher sind auch bei jungen Erwachsenen weitere Strategien für eine breit angelegte, interdisziplinäre Bewertung von COVID-19-Folgestörungen, deren Management und Behandlung nötig.»PS


Quelle: Universität Zürich (UZH)/Medienmitteilung, 05.09.2022

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