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Bluttest der neuesten Generation soll Herzinfarkte noch schneller erkennen

Noch im Frühjahr 2026 kommt ein neuer hochsensitiver Troponin-Test der Firma Roche auf den Schweizer Markt. Dieser soll die Diagnose eines akuten Herzinfarkts deutlich beschleunigen.

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Brustschmerzen auf der Notfallstation sind ein Wettlauf gegen die Zeit. Hinter ihnen kann sich ein akuter Herzinfarkt verbergen – ebenso aber eine Lungenembolie oder eine Aortendissektion, bei denen rasches Handeln lebensentscheidend ist.

Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet jede Einlieferung eine heikle Abwägung: gefährliche Ursachen so früh wie möglich erkennen – und ebenso sicher ausschliessen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei seit Jahren die Troponinbestimmung im Blut.

Dieses Frühjahr kommt nun ein neuer Bluttest der Firma Roche auf den Schweizer Markt. Laut dem Hersteller ist dieser deutlich sensitiver als seine Vorgänger. «So erhalten Patientinnen und Patienten in Situationen, in denen jede Sekunde zählt, so früh wie möglich lebensrettende Behandlung», sagt Matt Sause, CEO von Roche Diagnostics, in einer Mitteilung.
Schnellere Triage in der Notaufnahme
Aktuell sind bei der Troponinbestimmung häufig mehrere Messungen notwendig. Erst wenn die Diagnose gesichert ist, können eine gezielte medikamentöse Therapie und – falls nötig – eine rasche Herzkatheterbehandlung eingeleitet werden.

Der neue Test könnte diesen Prozess verkürzen. «Er kann so die Zahl der Patienten weiter erhöhen, bei denen ein Herzinfarkt schon nach der ersten Messung ausgeschlossen werden kann», wird Christian Müller vom Herzzentrum des Unispitals Basel vom «Bund» zitiert. Der Chefarzt Klinische Forschung hat in einer soeben erschienenen Studie den neuen Roche-Bluttest validiert.
Auch in der Ambulanz einsetzbar
Neben dem Einsatz in Spitälern sehen Fachleute weiteres Potenzial: Der Test könnte künftig auch präklinisch genutzt werden – etwa in Rettungswagen oder in Regionen mit weiter Distanz zur nächsten Notfallstation.

In Frankreich wird ein solcher Einsatz bereits erprobt. «Gerade für Menschen in abgelegenen Regionen wäre das ein grosser Vorteil. Die Notfalldienste könnten Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt dadurch früher und besser versorgen», sagt François Mach vom Universitätsspital Genf (HUG) in einem Interview mit dem «RTS».

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