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imageFast-Food macht nicht nur dick sondern auch dumm. Symbolbild: Meg Aghamyan | Unsplash.

Ultrahochverarbeitet, ultraschlecht – wie Ernährung das Hirn krank macht

Anlässlich des World Brain Day am 22. Juli 2025 warnen Neurologinnen und Neurologen vor dem Einfluss ultraverarbeiteter Lebensmittel auf die Hirngesundheit. Denn: Fast Food erhöht nachweislich das Risiko für Demenz, Schlaganfall, Parkinson – und Depressionen.

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Fast Food, Fertigpizza, Dosenravioli oder Instantgerichte – Ultrahochverarbeitete Lebensmittel (ultraprocessed foods – UPF) machen laut einem Ernährungsbericht von 2023 in Deutschland fast 40 % der gesamten Energieaufnahme aus. In Studien wurden sie nicht nur mit Adipositas, Diabetes und Hypertonie, sondern auch mit neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Anlässlich des internationalen «World Brain Day» am 22. Juli machen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Hirnstiftung auf diesen bislang unterschätzten Risikofaktor aufmerksam.
Alzheimer-Risiko steigt mit jeder Portion
Eine erste prospektive Studie zeigte 2022 einen Zusammenhang zwischen hochprozessierten Lebensmitteln und Demenzrisiko. Die Forschenden zeigten, dass jede Erhöhung des UPF-Konsums um 10% mit einer 25%igen Erhöhung des Demenzrisikos und 14 %igen Erhöhung des Alzheimer-Risikos einherging. 2024 zeigte eine Metaanalyse, dass hoher UPF-Konsum das Risiko für Demenz um 44 % erhöht. Besonders alarmierend ist aus Sicht der Neurologen eine Langzeitstudie aus der Framingham-Kohorte von 2025: Menschen, die zwölf Jahre lang täglich mehr als zehn Portionen UPF konsumierten, hatten ein 2,7-fach erhöhtes Alzheimer-Risiko.

Als mögliche Mechanismen gelten Mikrobiomveränderungen, Gefässschäden durch Stoffwechselstörungen, aber auch direkte neurotoxische Effekte durch Zusatzstoffe wie Glutamat, Nitrate oder Mikroplastik.
Auch Parkinson und Depressionen im Fokus
UPF werden zudem mit einem erhöhten Parkinson-Risiko assoziiert: Eine prospektive Analyse in neun europäischen Ländern ergab eine um 23 % höhere Mortalität bei hohem UPF-Konsum. Auch psychische Erkrankungen scheinen häufiger aufzutreten: Studien weisen auf einen Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen hin.
«Insgesamt lässt sich feststellen, dass wir uns mit Fast Food und Fertiggerichten, was die Hirngesundheit angeht, keinen Gefallen tun.» Prof. Dr. Peter Berlit, DGN.
Für Fachpersonen in Medizin und Pflege bedeutet das: Ernährungsberatung ist Prävention. Patientinnen und Patienten – insbesondere mit kardiovaskulären oder kognitiven Risikofaktoren – sollten auf den Verzicht von UPF hingewiesen werden.

Auch politische Massnahmen wie klare Lebensmittelkennzeichnungen durch den Nutri-Score oder Präventionskampagnen sind laut den Fachgesellschaften überfällig. «Es wäre wünschenswert, wenn diese Nährstoff-Ampel auf allen Verpackungen verpflichtend wäre», erklärt Prof. Peter Berlit, Generalsekretär der DGN.

Zur Pressemitteilung DGN

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