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Neue Empfehlung: Lungenkrebs-Screening für Risikogruppen

Das nationale Expertengremium Krebsfrüherkennung hat in den vergangenen Monaten die Vor- und Nachteile eines Lungenkrebs-Screenings für die Schweiz evaluiert. In einer kürzlich publizierten Empfehlung schlägt das unabhängige Gremium vor, für bestimmte Personen ein Screening mittels niedrigdosierter Computertomographie anzubieten.

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Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache. In der Schweiz sterben jährlich rund 3300 Menschen daran. Oft wird Lungenkrebs erst sehr spät diagnostiziert, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Deshalb hat sich das unabhängige Expertengremium Früherkennung erstmals mit der Frage befasst, ob es für die Schweiz eine Lungenkrebsfrüherkennung geben soll. Zehn unabhängige Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen haben die ethischen Fragen des Lungenkrebsscreenings sowie dessen klinische Wirksamkeit und Kosteneffektivität beurteilt und eine evidenzbasierte Empfehlung für die Schweiz abgegeben. Sie schlagen vor, für Risikogruppen ein Screening mittels niedrigdosierter Computertomographie anzubieten.

Frühere Diagnose und weniger Todesfälle bei Risikopersonen
Über einen Zeitraum von 10 Jahren kann ein Lungenkrebsscreening wahrscheinlich 43 Lungenkrebs-Todesfälle pro 10000 Personen verhindern. Weiter weist die Evidenz darauf hin, dass mit einem Screening mehr Lungenkrebs in einem früheren Stadium diagnostiziert würde. Je früher ein Lungentumor erkannt wird, desto besser ist er in der Regel behandelbar. Da Rauchen der mit Abstand grösste Risikofaktor für Lungenkrebs ist (über 80% der Diagnosen sind darauf zurückzuführen), gehören Raucher zu den Risikopersonen für Lungenkrebs. An ihnen orientieren sich denn auch die Empfehlungen des Expertengremiums. Es geht davon aus, dass eine Mehrheit von informierten Personen mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko ein Screening in Betracht ziehen würde.

Früherkennungsuntersuchungen im Rahmen organisierter Programme
«Risikopersonen sollten in der Schweiz Zugang zu Lungenkrebsfrüherkennung haben», sagt Prof. Dr. Marcel Zwahlen, Präsident des Expertengremiums Krebsfrüherkennung. Das Gremium gibt keine detaillierte Empfehlung ab, für welche Altersgruppe oder in welchen zeitlichen Abständen ein Screening bei den Risikopersonen durchgeführt werden soll. Es schlägt aber vor,
  • das Alter für ein Screening eher tief anzusetzen (etwa ab 55 Jahren),
  • die Untersuchung nicht nur starken, sondern bereits moderaten Rauchern anzubieten
  • und auch Personen einzuschliessen, die mit dem Rauchen aufgehört haben.
Bei der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einem Screening soll entsprechend geschultes Gesundheitspersonal die Risikopersonen unterstützen. Zudem empfiehlt das Expertengremium ausdrücklich, die Früherkennung im Rahmen organisierter Programme anzubieten. Diese Programme gewährleisten ein umfassendes, zugängliches und gerechtes Angebot. Weiter sollen Risikopersonen unabhängig davon, ob sie eine
Früherkennungsuntersuchung machen, beim Rauchstopp unterstützt werden.PS

Weiterführende Informationen

Cancer Screening Committee
Das Expertengremium Krebsfrüherkennung (Cancer Screening Committee) entstand im Rahmen der Nationalen Strategie gegen Krebs. Es widmet sich den Fragen zu Krebs-Screenings und arbeitet wissenschaftlich gut begründete, ausgewogene und von Partikularinteressen unabhängige Empfehlungen aus. Die Trägerschaft setzt sich aus verschiedenen im Gesundheitsbereich tätigen Organisationen zusammen – namentlich Oncosuisse, Public Health Schweiz, Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK).

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